Heidi Klum Drag Queen Show Funken Gegenreaktion

Nach dem Erfolg von „RuPaul’s Drag Race“ in den USA steht Deutschland vor einer eigenen Drag-Queen-Wettbewerbsshow. Doch die Wahl von Gastgeberin Heidi Klum ist für die Fans unbeeindruckt. Tausende fordern ihre Absetzung.

Die Pläne für Deutschlands erste Drag-Queen-Talentshow wurden von der LGBTQ-Community erheblich zurückgefordert, nachdem bekannt wurde, dass Supermodel Heidi Klum die Hauptrolle spielen wird.

Vergangene Woche gab der Fernsehsender ProSieben bekannt, dass Ende des Jahres die Drag-Queen-Wettbewerbssendung „Queen of Drags“ Premiere haben wird.

Die Show folgt der beliebten US-Serie „RuPaul’s Drag Race“, die vom Sänger und Drag-Superstar RuPaul Charles ins Leben gerufen wurde. In den letzten 10 Jahren hat die Show dazu beigetragen, die Drag Culture in den USA in den Mainstream zu heben und Fans auf der ganzen Welt zu gewinnen.

Das deutsche Format scheint sich geringfügig von der ursprünglichen US-Version zu unterscheiden, da die 10 Drag-Performer in einem Herrenhaus zusammenleben, während sie in wöchentlichen Herausforderungen gegeneinander antreten.

Die Juroren der Show sind neben Klum die österreichische Eurovision-Siegerin und Dragstar Conchita Wurst sowie Tokio Hotel-Sänger  Bill Kaulitz.

„Ich liebe und habe jahrelange Ehrfurcht vor der Kunst des Ziehens“, sagte Klum in einem Statement. „In ‚Queen of Drags‘ werden wir die kreativen Facetten der Drag-Welt zeigen.“

Einige Mitglieder der deutschen Drag-Szene sind jedoch nicht so begeistert.

Tausende unterstützen die Petition, Klum zu entfernen

Bis Montag hatten über 20.000 Menschen eine Petition unterschrieben, in der gefordert wurde , Klum aus der Show zu entfernen und „sie durch eine seltsame Person zu ersetzen“.

„Endlich wird eine queere Show für das deutsche Fernsehen produziert, aber die Frontfigur ist alles andere als queer – im Grunde genommen wird der Kuchen der heterosexuellen weißen Frau übergeben, während wir wieder mit den Krümeln zurückbleiben“, heißt es in der Petition.

Die Drag-Performer Ryan Stecken und Margo Schlönzke, die die Petition ins Leben gerufen haben, bemerken, dass Klum ein Befürworter der LGBTQ-Community gewesen ist, werfen ihr jedoch vor, dass ihr das Wissen fehlt, um die Show zu leiten.

Sie sind auch besorgt darüber, dass ProSieben mit Klum an der Spitze versucht, ein „heteronormatives Publikum“ anzusprechen, und dass es in der Show nicht mehr darum geht, die Öffentlichkeit über Drag zu informieren, wie es „RuPaul’s Drag Race“ getan hat.

Klum, die zuvor Gastgeberin des US-Modewettbewerbs „Project Runway“ war, geriet in ihrer langjährigen Rolle als Gastgeberin von „Germany’s Next Top Model“ besonders unter Beschuss.

Auch andere Kritiker haben Klums Auftritt als Moderatorin von „Germany’s Next Top Model“ kritisiert und befürchten, dass sich ihr Auftritt in der Drag-Show wiederholen könnte.

Kritiker haben Klum wiederholt wegen sexistischer Äußerungen zu den Kandidatinnen in der Modelwettbewerbsshow gerufen, darunter Kommentare wie: „Ich möchte nicht, dass etwas wackelt“ oder „Bist du seit dem letzten Mal schwanger geworden?“ Habe Dich gesehen?“

Olivia Jones: „Wir müssen für Redefreiheit kämpfen“

Deutsche Königinnen müssen sich nicht hinter US-Kollegen verstecken

Obwohl Klum unter Beschuss stand, wurde sie von Olivia Jones, einer der bekanntesten Drag Queens Deutschlands, unterstützt.

„Dies ist das erste Mal, dass Drag Queens in Deutschland eine eigene Prime-Time-Show auf einem großen deutschen Fernsehsender haben“, schrieb Jones auf ihrer Website. Sie wird angeblich auch in der kommenden ProSieben-Show auftreten.

Jones bemerkte auch, dass Klum Drag Queens eine Plattform für „Germany’s Next Top Model“ gab und plädierte dafür, dass Deutschland eine eigene Show mit Drag Queen-Schwerpunkt bekommt.

„Endlich können deutsche Drag Queens jedem zeigen, dass sie sich nicht hinter ihren amerikanischen Kollegen verstecken müssen und dass wir eine unglaublich abwechslungsreiche Szene haben“, sagte Jones.

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